Cannabissorten und ihre Eigenschaften

Beim Kaufen von Kartoffeln kennt jeder Bezeichnungen wie: festkochend oder mehlig. Jede

Kartoffelsorte hat ein sortentypisches Profil von Eigenschaften. Bei Cannabis – so lautet der

botanische Name für die Gattung der Hanfgewächse – ist das ebenso.

Zuchtauswahl führt zu den gewünschten Merkmalen

Egal, ob in der Pflanzenzucht oder der Tierzucht: Wer züchtet, wählt für die Elterngeneration solche Individuen aus, die Merkmale besitzen, die man bei den Nachkommen für wünschenswert hält. Deshalb ist es interessant, sich zunächst die ursprünglichen Cannabis-Arten samt den für jede Art typischen Eigenschaften anzusehen, um zu verstehen, wie die Vielzahl von Cannabis-Sorten entstanden ist, die heute gezüchtet werden.

Pflanzen unterscheiden sich aufgrund der Anpassungen an ihren natürlichen Lebensraum im Wuchstyp, den Wachstumsparametern und auch hinsichtlich des Profils an Inhaltsstoffen. Die drei wichtigsten Cannabisarten haben jeweils eine Vegetationszone erobert und sich ihr  angepasst: Bergregionen, die Tropen und Steppen.

Cannabis indica

  1. Verbreitung: Cannabis indica wächst in den kargen, nährstoffarmen Bergregionen von Marokko bis Indien. Entsprechend ist die Pflanze recht kompakt und buschig gewachsen.
  2. Wachstum: Die Wachstumsperiode ist mit 3 bis 4 Monaten recht kurz. Die Pflanze erreicht Höhen von etwa 1,5 Metern.
  3. Blätter: Cannabis indica zeichnet sich durch dunkelgrüne Blätter aus. Die 9 Blattfinger eines Blattes sind kurz bzw. breit.
  4. Blüte: Da der Sommer im Gebirge kürzer ist als im Tal, hat sich Cannabis indica entsprechend angepasst und benötigt zur Blüte lediglich eine Zeit von 7 bis 10 Wochen. Die Blüte ist kompakt und schwer.
  5. Inhaltsstoffe: C. indica produziert etwa so viel THC (Tetrahydrocannabinol) wie Cannabis sativa, aber mehr CBD (Cannabidiol).
  6. Wirkung: C. indica wirkt entspannend (Der Konsument ist stoned.), auf manche Konsumenten auch einschläfernd.

Cannabis sativa

  1. Verbreitung: Cannabis sativa indica wird in tropischen Regionen angebaut, ist also auf ein mehr oder weniger gleichmäßig feuchtwarmes Klima angewiesen.
  2. Wachstum: Innerhalb von 10 Monaten wachsen Cannabis sativa-Pflanzen bis 4,5 Metern in die Höhe.
  3. Blätter: Die Blätter sind lang, dünn und tragen bis zu 13 Blattfinger.
  4. Blüte: Die Blüten sind sehr luftig. Mit 10 bis 16 Wochen brauchen die C. sativa-Blüten relativ lang, bis sie erntereif sind.
  5. Inhaltsstoffe: viel THC, wenig CBD
  6. Wirkung: aufheiternd, aktivierend, stimulierend, im Einzelfall auch psychedelisch wirkend

Cannabis ruderalis

  1. Verbreitung: eurasische Steppenregionen
  2. Wachstum: C. ruderalis bildet schlanke Gewächse von nur 30 bis 50 Zentimetern Höhe, die nur 2 Monate für ihr Wachstum benötigen.
  3. Blätter: schmale Blätter mit maximal 3 Blattfingern
  4. Blüte: Die kleinen Blüten sind in nur 6 bis 7 Wochen erntereif.
  5. Inhaltsstoffe: wenig THC, viel CBD
  6. Wirkung: Wegen des geringen THC-Gehaltes besitzt C. ruderalis nur in geringem Umfang eine berauschende Wirkung. Der hohe CBD-Gehalt soll verantwortlich sein für die ausgleichende bzw. angstlösende Wirkung.
  1. ruderalis ist „selbstblühend“, das heißt, die Genetik der Pflanze bestimmt, wann und wie lang sie blüht und der Wechsel zwischen hell und dunkel, Tag und Nacht – für Züchter eine wichtige Eigenschaft.

Was ist Industriehanf?

Industriehanf ist so gezüchtet, dass er unter 2 % THC enthält und somit keine psychoaktive Wirkung entfaltet.

Was ist medizinisches Cannabis?

Mit dem Begriff medizinisches Cannabis bezeichnet man keine bestimmte Sorte, sondern lediglich den Verwendungszweck – nämlich den Einsatz als Medikament.

Wer züchtet, mischt Eigenschaften – und braucht Geduld

Züchter wissen um die Wirkungen von THC, CBD und die Wachstumsparameter der von ihnen verwendeten Pflanzen. Sie kreuzen entsprechend ihren Zuchtzielen und den Bedingungen, unter denen sie später anpflanzen wollen, Cannabisarten so, dass sie ihre Zuchtziele erreichen. Reines Saatgut mit genau definierten Eigenschaften ist besonders wichtig, wenn man Industriehanf züchten will oder Medizinalhanf. Erst nach vielen Generationszyklen können solche stabilen Eigenschaften erreicht werden.

 

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